Der Ort, ursprünglich
Ezeri (vom slawischen Zajeserc "Hinter dem See" abgeleitet) genannt, gelangte
948 als Burgward in den Besitz des Bistums Brandenburg. Ziesar bot eine günstige
Lage an der Straße von Magdeburg über Zerbst nach Brandenburg, zwischen dem
Fiener Bruch und einem großen See gelegen. Dieser See verschwand allerdings
später innerhalb kurzer Zeit.
Eine bereits früh
genannte Peterskirche ist im 18.Jahrhundert verschwunden. Die kreuzförmige
Pfarrkirche St. Crucis wurde als Feldsteinbau mit massigem Westturm zu
spätromanischer Zeit, anfangs des 13.Jahrhunderts, ausgeführt und um 1860 völlig
umgestaltet. Bemerkenswert sind im Inneren der Kirche zwei Grabsteine der Ritter
Tilo und Ghereke Kothe, die in den Jahren 1359 und 1383 verstorben sind. In den
Stein geritzt sind die Ritterfiguren in voller Rüstung - mit Schild und
Wappen.
Auf dem Grundstück
Mühlentor 16 ließ König Friedrich II. sich 1775 ein Wohnhaus errichten, in dem
er auf seinen Inspektionsreisen nach Magdeburg übernachten wollte.
Eigentümlicherweise erfüllte das Haus aber nie diesen Zweck. Nach der
Überlieferung hatte der Baumeister soviel von des Königs Geld "abgezweigt", daß
er sich selbst ein Haus bauen konnte. Dieses Wohnhaus stand zu aller
Dreistigkeit in Sichtweite des Wohnhauses des Königs. Friedrich soll über die
Unverschämtheit des Baumeisters so erbost gewesen sein, daß er nie in seinem
Wohnhaus übernachtete.Ziesar - Der Besuch des Ministerpräsidenten im November 2000
|
|